Mittwoch, 16. Oktober 2013

Tag 19: Das Mittelmeer genießen !!

GENUA-TOUR 2013


02.09.2013 -- TAG 19
Schwimmen & Genießen

Schwimmen mit Blick auf Saint-Tropez !

Am 19. Tag nahm ich mir also vor, das Tempo noch weiter herunterzufahren. Ich legte "nur" 71,01 Kilometer zurück und verbrachte mehrere Stunden im Wasser. Das Wetter blieb weiterhin beständig - die Temperaturen pendelten sich am Mittelmeer zwischen 35 und 40 Grad Celsius ein, dazu stets strahlender Sonnenschein - herrlich!

Die Strecke bis Saint-Maxime war mal wieder nicht ohne! Vor allem der Anstieg in der Nähe von La Croix-Valmer hatte es in sich!




Kurz vor Saint-Maxime gönnte ich mir dann eine längere Pause, um in den Genuss des Mittelmeeres zu kommen. Ich entdeckte eine ruhig gelegene Badestelle mit Blick auf Saint-Tropez, das auf der anderen Uferseite lag. Hier verbrachte ich dann mehrere Stunden, bevor ich nach Saint-Maxime und anschließend weiter nach La Gaillarde fuhr.


Blick auf Saint-Tropez

Danach war es verhältnismäßig flach, die Gegend war toll. Es war ein purer Genuss! Hier ein paar Bilder vom Tag:











Montag, 14. Oktober 2013

Tag 18: Der 2000. Kilometer der Tour

GENUA-TOUR 2013


01.09.2013 -- TAG 18
Klasse Wetter, klasse Gegend


Der Morgen des 18. Tages begann gleich mal mit einem weiteren Anstieg. Um von Cassis nach La Ciotat zu kommen, musste ich nochmal ordentlich in die Pedale treten, aber dafür war das Wetter bereits morgens richtig klasse und wieder konnte man ein paar tolle Blicke auf das Mittelmeer erhaschen. Zudem kam ich in den Genuss einer Abfahrt mit 10% Gefälle; dabei erreichte ich ohne zu treten über 50 km/h. Mit einem Rennradfahrer unterhielt ich mich noch über die bevorstehende Strecke. Er warnte mich vor, dass es an der Côte d´Azur sehr wenig flache Stücke gibt und dass die Gegend zwischen Nizza und Monaco mit so viel Gepäck hart werden dürfte. Er fand es aber klasse, dass ich mich mit dem voll bepacketen Rad die Anstiege hochquälte und am Ende des Gesprächs verabschiedete er sich mit einem Schulterklopfer und den Worten: "Bon Courage!"


Abfahrt mit 10 % Gefälle
Da ich mich jetzt in einer absolut sehenswerten Region befand, ich keinerlei Zeitdruck hatte und das Wetter spitze war, hatte ich keinen Grund, weiterhin hohes Tempo zu gehen und Kilometer zu sammeln. Ich beschloss, es an der Côte d´Azur ruhiger angehen zu lassen - auch um keine ernsthafte Verletzung im Bereich des Knies, das ich noch bis zum Erreichen Genuas immer mal wieder spüren sollte, zu riskieren.

Genießen! Erstmal eine Runde ins Wasser...
Wenn man sich über zwei Wochen lang permanent an der eigenen Leistungsgrenze bewegt hat, ist es gar nicht mal so leicht, das Tempo auf einmal zu drosseln. Am 18. Tag legte ich mit 86,67 Kilometern zwar schon deutlich weniger Kilometer zurück als an den vorherigen Tagen der Tour (mein Schnitt lag nach den ersten 17 Tagen bei ca. 115 Kilometern pro Tag); dennoch war mir abends klar, dass ich die Kilometerzahl nach und nach noch weiter drosseln sollte, um die Zeit am Mittelmeer richtig genießen zu können. Genug Zeit hatte ich ja schließlich!

In Sanary-sur-Mer
Nachdem ich am 18. Tag Sanary-sur-Mer, Toulon und Hyères hinter mir gelassen hatte, fand ich mich auf einem kleinen, aber sehr sympathischen Campingplatz kurz hinter Les Solins d´Hyères ein. Zuvor hatte ich noch den 2000. Kilometer der Tour komplettiert.

Der 2000. Kilometer

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Tage 15-17: Hallo Mittelmeer, mein guter Freund !

GENUA-TOUR 2013


TAGE 15 - 17
Zum Mittelmeer !


29.08.2013 -- TAG 15
Bei schönem Wetter weiter Richtung Süden

La Voulte-sur-Rhône
Inzwischen war ich endlich südlich genug, um sicher sein zu können, dass das Wetter beständig bleiben würde. So war die Weiterfahrt, größtenteils entlang der Rhône, sehr angenehm. Kurz hinter Valence war eine Stelle leider nicht klar ausgeschildert, weswegen ich ein paar Kilometer auf einer suboptimalen Strecke zurücklegte, aber bald war alles wieder klar.


Leider setzten im Laufe des 15. Tages Knieschmerzen ein, die mich auch in den nächsten 7 Tagen noch begleiten sollten, teilweise sogar recht heftig wurden (vor allem später an der Côte d´Azur). Ich machte daher längere Pausen als gewohnt und ich schloss den 15. Tag - wie auch die Folgetage - früher als sonst ab; immer in der Hoffnung, dass das Knie so schneller genesen würde. Doch die Etappen wurden fortan deutlich anstiegreicher, sodass die Schmerzen blieben.


30.08.2013 -- TAG 16
Durch Avignon hindurch
und 
das Mittelmeer bereits vor dem inneren Auge

Auf dem Weg nach Châteauneuf-Du-Pape: Forteresse de Mornas
Am 16. Tag stand eine sehr schöne Stadt auf dem Programm: Avignon! Ich wählte die Strecke über Châteauneuf-Du-Pape, um Avignon zu erreichen, da mir eine Frau auf dem Campingplatz in Mondragon am Vorabend die Route empfohlen hatte.


Es warteten einige Anstiege auf mich, doch die Gegend war sehenswert und so bereute ich es nicht, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Gegen Mittag erreichte ich dann auch bereits Avignon, obwohl es schwer war, die Stadt zu erreichen. Aus meiner Richtung "strandete" ich beim ersten Versuch auf einer Autostraße. Ich fragte einen netten Franzosen um Rat, er schlug mir eine alternative Route vor, die etwas später jedoch ebenfalls auf einer Autostraße endete. Nun wurde es mir zu bunt. Es konnten nicht mehr so viele Kilometer bis Avignon sein und wenn einem als Radfahrer keine ordentlichen Straßen angeboten werden, dann muss man halt in den sauren Apfel beißen und auf einer Autobahn fahren.

Ich beeilte mich, um Ärger zu vermeiden, musste auf dem Seitenstreifen der Autobahn immer wieder Scherben ausweichen und erreichte dann zum Glück bald und unbeschadet Avignon! Die Stadt war klasse, ein Internet Cafe fand ich auch endlich, sodass ich mich erstmals während der Tour auf meinem Blog zu Wort melden konnte.

AVIGNON - sehenswert !!
Anschließend fuhr ich bei weiterhin schönem Wetter Richtung Marseille! Ich freute mich nun auf das Mittelmeer, auf Strände, schönes Wetter und gemütliche Fahrt entlang der schönen Côte d´Azur! Vor dem inneren Auge sah das schon alles herrlich aus! Doch zunächst machte ich in der Nähe von Salon de Provence Halt und nächtigte dort - die Vorfreude auf das Mittelmeer war kaum noch zu zügeln!

31.08.2013 -- TAG 17
Überraschung:
Gleich zu Beginn geht es hohe Klippen hinauf !


Der 17. Tag begann nicht besonders gut. Auf dem Campingplatz in der Nähe von Salon de Provence betrachtete ich zusammen mit dem Campingplatz-Inhaber eine Karte, auf der ich nach dem besten Weg nach Marseille schaute. Bald bewahrheitete sich seine Prophezeiung, dass es mit dem Fahrrad schwierig werden dürfte, einen geeigneten Weg zu finden.

Auf der Karte mündeten alle Wege, die von Salon de Provence aus nach Marseille führten, in Autostraßen. Ich fragte daher in der Office du Tourisme in Salon de Provence nach alternativen Strecken. Die sehr hilfsbereite Frau bestätigte jedoch, dass es mit dem Fahrrad sehr unangenehm und teilweise gefährlich werden dürfte, da auch sie nur Strecken kannte, die in Autostraßen mündeten. Sie sagte mir noch, dass sie die Autobahn selbst häufig befährt und dass der Seitenstreifen nicht gerade gigantisch groß sei. Die einzige sichere Variante wäre, über Aix-en-Provence und Aubagne zu fahren, doch das wäre ein sehr großer Umweg gewesen. Ansonsten wüsste sie keinen geeigneten Weg für mich - auch die Karten, die sie vorrätig hatte, wiesen keine Alternativstrecke aus.

Bahnhof in Salon de Provence
Ich befolgte daher den Rat der Frau aus der Tourismus Office und nahm von Salon de Provence die Bahn nach Marseille. Normalerweise versuche ich auf Radtouren auf Hilfsmittel zu verzichten. In dieser Situation hatte ich jedoch keine Lust, einen größeren Umweg in Kauf nehmen zu müssen, nur weil es keine direkte Route für Radfahrer gibt. Am Vortag hatte ich bereits eine Autobahn befahren, um Avignon zu erreichen - das wollte ich jetzt nicht wiederholen! Da ich normalerweise versuche, auf Hilfsmittel komplett zu verzichten, kostete es mich Bedenkzeit und Überwindung, ehe ich mich für die Bahnfahrt entschied. Ich denke aber, dass es die richtige Entscheidung war und ich sagte mir, dass ich zur Flussüberquerung auch Fähren in Anspruch nehme. Und wenn man einen Ort erreicht, in dem einem selbst in der Tourismus Office eine Angestellte keinen Weg nennen kann, den man mit dem Rad befahren kann, dann ist die Inanspruchnahme einer Bahn, um Autostraßen auszuweichen ähnlich einer Fährfahrt, um einen Fluss zu überqueren. Bald hatte ich mit meiner Entscheidung Frieden geschlossen und war glücklich, als ich in Marseille eintraf. Die Bahnfahrt soll dennoch eine absolute Ausnahme auf Radtouren bleiben!

Marseille
Ich brauchte dann nicht lange, um den Weg zum Mittelmeer zu finden.


Das Wetter war herrlich, Badestellen waren alles andere als Mangelware - traumhaft! Ich freute mich und ging davon aus, dass es in der Region um Marseille flach sein würde. Schon bald sollte ich mal wieder bereuen, dass ich in diesem Jahr so spontan und ohne große Planung aufgebrochen war; denn von Marseille bis Cassis ging es bergauf - und wie!

Eben noch da unten am Meer, nach dem Anstieg mehr als 300 Meter über Meeresspiegel
Am Folgetag sagte mir ein Angestellter in der Office du Tourisme in La Ciotat, dass es sich bei den Klippen zwischen Marseille und La Ciotat sogar um die höchsten Klippen Frankreichs und um eine der höchsten Steilküsten Europas handelte. Das erklärte sicherlich auch, warum mich während des Anstiegs bis Cassis zahlreiche Autofahrer und Personen auf Motorrollern anfeuerten. Die Knieschmerzen blendete ich irgendwann (ca. nach einem Viertel des Anstiegs nach Cassis) aus. Der Ausblick auf Marseille, Cassis und das Mittelmeer war traumhaft, sodass der Anstieg sowie die Abfahrt trotz Temperaturen von ca. 37 Grad Celsius einen Heidenspaß machten!


Auf dem Campingplatz in Cassis war ich dann einfach nur glücklich! Meine Freude über das Erreichen des Mittelmeers und das Bezwingen des Anstiegs nach Cassis wurde am Abend noch perfekt gemacht, als ich erfuhr, dass der HSV mit 4:0 gegen Braunschweig gewonnen hatte. Direkt neben mir zeltete ein holländisches Paar, das bereits seit einem halben Jahr mit Rädern durch Europa tourte und bald von Madrid nach Südamerika fliegen wollte, um auch dort diverse Länder auf dem Fahrrad zu bereisen. Wir unterhielten uns eine ganze Zeit und tauschten unsere Erfahrungen aus - es war wieder eine Begegnung, die ich so schnell nicht vergessen werde! Fazit Tag 17: Wieder um einige wertvolle Erinnerungen reicher!

Hier noch ein kurzes Video von einer Abfahrt, bei der ich ohne in die Pedale zu treten an der 50 km/h-Grenze knabberte:


Montag, 7. Oktober 2013

Tag 14: Traumhafte Gegend bei strahlendem Sonnenschein

GENUA-TOUR 2013


28.08.2013 -- TAG 14
Der verdiente Lohn !


Auf einer Radtour läuft natürlich nicht alles perfekt und es kann auch Phasen geben, die richtig zermürbend sind. Das Schöne ist aber, es gibt an irgendeiner Stelle den absoluten Tiefpunkt, nach dem alles besser wird. In welchem Moment oder an welchem Ort jener Tiefpunkt genau anzusiedeln ist, das weiß man natürlich erst nach der Tour genau. In meinem Fall war es das Ende des 13. Tages in Lyon!

Nachdem ich mich noch am Abend wieder sammeln konnte, hing alles nur noch davon ab, wie schnell sich mein Oberschenkel erholen würde. Zu meiner Überraschung waren die Beschwerden nach dem Aufstehen schon fast wieder verschwunden. In den folgenden Tagen meldete sich der Oberschenkel zwar immer mal wieder, aber ich riskierte es, weiterzufahren und scheinbar tat ich gut daran, die Zähne zusammenzubeißen.

Ein paar Anstiege auf den ersten Kilometern ...
Der 14. Tag war der Lohn dafür, dass ich nicht aufgegeben hatte! Gleich morgens nach dem Check Out schien die Sonne. Auf den ersten Kilometern erwarteten mich gleich wieder Anstiege, doch der Oberschenkel spielte mit und ich hatte die Anstiege erwartet, sodass ich mental darauf eingestellt war. Wie schon auf der Radtour vor 3 Jahren befand ich mich mal wieder auf den Spuren der Tour de France. Auf dem Teilstück zwischen Lyon und Givors entdeckte ich einige Markierungen auf der Straße, die noch nicht verblichen waren. Außerdem hingen an den Laternenpfeilern noch ein paar Rennräder zu Dekorationszwecken.


Und schon bald sollte ich positiv überrascht werden! Ab Vienne gab es einen Radweg entlang der Rhône - und was für einen! Ein perfekt ausgeschilderter Radweg, der flach entlang des Flusses verlief und das Ganze bei perfektem Wetter: Sehr wenig Wolken und Sonnenschein pur! Endlich mal wieder ein richtiger Sommertag! Da das Mittelmeer inzwischen schon nicht mehr weit war, wäre es auch wirklich zu viel des Guten (bzw. Schlechten) gewesen, wenn es weiterhin geregnet hätte. Ganz leichten Rückenwind hatte ich auch noch, jetzt lief es einfach perfekt!


Meine Stimmung war mit einem Mal hervorragend, fast schon überschwänglich! Am Nachmittag wich ich für ca. 10 Kilometer vom Radweg ab. Hier erwarteten mich dann gleich wieder ein paar Anstiege, aber insgesamt war es auf dieser Tagesetappe ein Leichtes, Rad zu fahren. Ich genoss die wunderschöne Gegend, machte zig Fotos und erreichte am Abend nach etwas mehr als 120 Kilometern dann Valence.





Eine traumhafte Gegend !


Hier noch ein ganz kurzes Video vom 14. Tag ( klasse Gegend! )


Sonntag, 6. Oktober 2013

Tage 12-13: Auf nach Lyon !

GENUA-TOUR 2013


TAGE 12 & 13
Regnerisch geht´s weiter bis Lyon

26.08.2013 -- TAG 12
Die Suche nach einem Internet Café

Start in Dole
Von den Rückenschmerzen spürte ich morgens nichts mehr, das Ausschlafen hatte scheinbar geholfen. Dafür bemerkte ich morgens eine Reizung im Knie, die ich aber "herausfahren" konnte. Nach ca. 10 Kilometern spürte ich keine Schmerzen mehr im Knie. Dennoch war mir klar, dass die Summe aus den Belastungen der ersten 11 Tage eigentlich zu hoch war. Solange sich das Wetter nicht ändern würde, war ich jedoch trotz immer wieder auftretender körperlicher Probleme nicht gewillt, das hohe Tempo zu drosseln, da ich unbedingt so schnell wie möglich in den Süden (zum hoffentlich besseren Wetter) wollte. Da auch die Tage 12 & 13 wieder sehr regnerisch waren, legte ich erneut einige Kilometer zurück und erreichte am 13. Tag bereits Lyon! Schleswig-Holstein bis Lyon in weniger als zwei Wochen - ich war sehr stolz!

Doch bevor ich Lyon erreichte, musste ich noch einige Kilometer zurücklegen. Am 12. Tag begann alles noch recht harmlos, die ersten zehn Kilometer führte mich die Route entlang des Canal du Rhône au Rhin, ein flaches Zwischenstück. Auch ansonsten war die Strecke verglichen mit den Vortagen "einfach" - es warteten weniger Anstiege, dafür erschwerte ein leichter, aber doch spürbarer Gegenwind die Fahrt. Regen begleitete mich natürlich auch heute wieder...

Auf dem Weg nach Chalon-sur-Saône
Ab Chalon-sur-Saône nahm der Verkehr dann deutlich zu. Der letzte Abschnitt des Tages (Chalon-sur-Saône bis Tournus) war somit alles andere als angenehm zu befahren. In Chalon-sur-Saône stolperte ich zudem über die französische Mentalität, Fremdsprachen zu verweigern. Ich suchte ein Internet Café - in der Tourismus Office konnte mir der Mitarbeiter leider nur ganz grob erklären, wo sich dieses befindet. Er wiederholte den Namen "Magdonall" (so in etwa sprach er es aus) mehrfach. Da ich kein Internet Café finden konnte, fragte ich mehrfach Passanten auf der Straße. Nach kurzem Überlegen nannten auch sie den Namen "Magdonall" und beschrieben mir den Weg. Nachdem ich 4 Personen gefragt hatte, ging mir dann ein Licht auf: Die Franzosen (vielleicht nicht im gesamten Land, aber scheinbar zumindest in Chalon-sur-Saône) lassen selbst Anglizismen keinen Spielraum. "Magdonall" sollte "Mc Donald´s" bedeuten - hier gab es vermutlich nur eine WiFi-Zone und keine Laptops. Smartphone und Laptop hatte ich natürlich zu Hause gelassen. Daher versuchte ich es dann gar nicht erst, dort meinen Blog zu aktualisieren.

In Chalon-sur-Saône
Chalon-sur-Saône



















27.08.2013 -- TAG 13
Hotel - ein Novum

Regen ...
Der 13. Tag begann - wie sollte es anders sein? - mit Regen! Es schüttete wie aus Kübeln! Ich nutzte daher die Zeit, um im Zelt eine Postkarte zu schreiben, wartete ab und hoffte, dass der Regen nachlassen würde. Tat er aber nicht und ich hatte bald ein Einsehen: Zelt zusammenpacken und weiter geht´s - mal wieder Fahrt im Regen, es hing mir zum Halse ´raus!

Ununterbrochen Regen - irgendwo zwischen genervt und völlig entnervt
Bis Mâcon konnte ich entlang der Saône fahren, die Strecke war somit immerhin auf den ersten Kilometern flach. In Mâcon versuchte ich erneut, ein Internet Café zu finden. Die sehr nette Dame in der Office du Tourisme erklärte mir den Weg perfekt und die Bar, in der es auch Laptops gab, hatte laut Aushang der Öffnungszeiten geöffnet, die Tür war jedoch geschlossen und in der Bar war es dunkel. Also wieder nichts!


Ab Mâcon konnte ich auch nicht mehr entlang der Saône fahren - ich fragte mehrere Personen und alle erklärten mir, dass es keinen Radweg entlang der Saône gebe. Somit nahmen die Anstiege wieder zu, ich gelangte am 13. Tag in die Region "Rhône-Alpes" (Alpenausläufer).


















Während meines Aufenthalts in Frankreich konnte ich viele positive Seiten an den Franzosen entdecken und ich habe mich in dem Land sehr wohl gefühlt. Eine Sache, die allerdings alles andere als positiv ist, ist der Umgang mit Müll. Zugemüllte Orte wir dieser entdeckt man leider immer wieder:


Am Abend stieß ich auch bereits nach Lyon vor. Hier bekam ich dann allerdings große Probleme! Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Stadt so groß und weitläufig sein würde. Zudem fand ich den Campingplatz, der laut meiner Karte (zu meiner Überraschung) in Zentrumsnähe liegen sollte, nicht. Vermutlich existiert jener Campingplatz auch gar nicht. Und da ein Problem auf einer Radtour selten alleine kommt, begann mein Oberschenkel zu schmerzen. Ich dachte sofort an einen Muskelfaserriss - so fühlte es sich zumindest an.

Auf dem Weg nach Lyon
Normalerweise versuche ich auf Radtouren Hostels, Motels und Hotels zu vermeiden. In dieser Situation kam jedoch alles zusammen. Ich hatte Schmerzen, hätte entweder Anstiege oder viele Kilometer in Kauf nehmen müssen, um doch noch einen Campingplatz zu finden und ich war mitten in einer Großstadt - sichere Schlafplätze waren also absolute Mangelware. Darüber hinaus hatte mich das seit Tagen schlechte Wetter nervlich zermürbt und so brach ich erst- und einmalig mit meinem Vorsatz, kein Hotel nehmen zu wollen. Ich fragte eine Gruppe von Studenten, wo das nächst gelegene Hotel sei. Eine Studentin aus der Gruppe freute sich sehr, als ich sagte, dass ich aus Deutschland bin, da sie zwei Jahre in Stuttgart gewohnt hatte und somit endlich mal wieder Deutsch sprechen konnte. Die hilfsbereite Gruppe begleitete mich zum nächst gelegenen Hotel, das leider jedoch bereits ausgebucht war. Einer von ihnen griff dann zum Handy und reservierte in einem anderen Hotel ein Zimmer für mich. Dieses befand sich wenige Kilometer entfernt im an Lyon angrenzenden Ort Oullins. Ich war abends ziemlich frustriert, weil ich nicht den Eindruck hatte, dass ich mit den Oberschenkelproblemen am nächsten Morgen weiterfahren könnte und zudem war ich alles andere als begeistert, notgedrungen ein Hotel nehmen zu müssen. Doch 1-2 Stunden und zahlreiche Gedankengänge später konnte ich mich neu motivieren und sah spätestens am nächsten Morgen alles wieder deutlich optimistischer...

Im Hotelzimmer
Lyon ist übrigens eine sehr schöne Stadt! Aufgrund der Gesamtsituation habe ich leider wenig Fotos von der Stadt geschossen.

Lyon

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Tag 11: Morgens Schrauben statt Fahren

GENUA-TOUR 2013


25.08.2013 -- TAG 11
Nervliche und körperliche Belastung

Nachdem ich über den 10. Tag recht viel Text verfasst habe, folgt nun weniger Text!

Meine versifften Schuhe nach (!) dem ersten Versuch, diese zu säubern
Am 11. Tag sollte ich gleich am Morgen noch unter den Folgen des Unwetters vom Vorabend leiden. Der Boden des Feldes war vom Regen noch völlig aufgeweicht. Noch nie zuvor waren meine Schuhe so versifft - doch das war das kleinere Übel. Viel schlimmer war, dass sich der Boden teilweise löste, am Reifen hängen blieb und sich dann an den Bremsen ansammelte. Als ich das Rad endlich vom Feld hoch zur Straße geschoben hatte, blockierten die Räder komplett. Die Bremsen waren vom Schlamm überwuchert. Alleine mit Händen, Tüchern und Gegenständen, die ich bei mir hatte, konnte ich den Schlamm nicht lösen. Ich musste das Gepäck abnehmen, das Hinterrad abmontieren, dann die Bremsen abnehmen, säubern und dann alles wieder zusammensetzen. Immerhin konnte ich am Vorderrad den größten Teil des blockierenden Schlamms entfernen, ohne das Rad abmontieren zu müssen. Das Ganze kostete dennoch eine Menge Zeit und vor allem: Nerven!

Hinterrad: Bremsen umhüllt von Schlamm und Getreideresten

Vorderrad: Bilderrätsel: Wer kann die Bremsen entdecken ?
Dann konnte ich endlich losfahren! Es ging gleich zu Beginn - wie den ganzen Tag über - nur hoch und runter, ein einziges Auf und Ab. Das Wetter war erneut schlecht. Den ganzen Tag über war es bewölkt, immer wieder begann es zu tröpfeln. Aufgrund der zahlreichen Anstiege kam es mir gelegen, dass es kein brütend-heißer Sommertag war. Dennoch stellte ich mir die Frage, wie viele Regenschauer ich auf dieser SOMMER-Tour noch erleben würde...

Hoch, runter, hoch runter, den ganzen Tag lang...
In Gray überquere ich die Saône
In Gray


















In Gray suchte ich mittags vergeblich ein Internet Café. Die Suche gab ich ziemlich schnell auf, da fast alle Geschäfte an diesem Sonntag geschlossen hatten. Nachdem ich gegen Abend leichte Rückenschmerzen verspürte, beendete ich den 11. Tourtag lieber etwas früher und begab mich nach 94,65 Kilometern auf den empfehlenswerten Campingplatz in Dole. Hier schlief ich mich mal richtig aus, um meinem Körper die Ruhe zu gönnen, die dieser dringend nötig hatte. An dieser Stelle folgen noch ein paar Bilder vom 11. Tag der Tour:






Flach war´s an diesem Tag eigentlich nie ...






Abends dann "zur Abwechslung mal" Regen ...